Duisburg, Fabrik, 26.10.2001


So, nach langer, langer Zeit sollte es also 'mal wieder die Fabrik in Duisburg sein...eigentlich ein sehr schöner Laden, versteckt in einem Innenhof Nähe Hauptbahnhof, nur für uns leider nicht immer so der Veranstaltungsort, an dem alles rund läuft....beim ersten Mal - ich glaube, es war 1998 oder 1999 - magere Zuschauerresonanz (obwohl das nicht an uns gelegen haben kann, da wir seinerzeit absolut kurzfristig für eine kroatische Hardcore-Band eingesprungen waren und wir somit gar nicht an gekündigt waren), beim zweiten Male im Rahmen unserer Kurztournee mit den Kollegen von versus im März 2000 in reduzierter Besetzung (der Verfasser dieser Zeilen lag grippegeschwächt im Bett) und vor noch weniger Zuschauern (es waren wohl nur drei!), tja, und dieses Mal dann... natürlich auch wieder ein nicht unerhebliches Handicap:

Am Freitag Morgen hat uns Marc telefonisch mitgeteilt, dass er wohl nicht zum Konzert erscheinen könne, da seine Frau (die Mutter seines Sohnes "Türk" - nee, 'tschuldigung, "Finn" heißt der kleine Racker ja..) postnatale Depressionen habe und er deshalb lieber zuhause bleiben wolle - nachvollziehbar (nächstes Mal aber trotzdem früher von der Party nach Hause kommen, Marc!)!!! Für uns stellte sich dann natürlich die Frage: wie hinkommen (Marc wollte fahren), welche Instrumentierung (mit zwei Gitarren ohne Bass, oder jeweils eine Gitarre / ein Bass), welches Set ?

Naja, jedenfalls haben wir uns dann erst einmal um 18 Uhr am Proberaum getroffen, unser Zeug eingeladen, und auf nach Duisburg gemacht - Jens und ich standesgemäß im fetten Punkrock-Audi, Olli und Dirk dagegen versnobt mit der S-Bahn.... gegen 19 Uhr auch pünktlich eingetroffen, dort die Kollegen von SO WHAT! begrüßt, die anstelle der ursprünglich geplanten, leider aber verhinderten versus spielen sollten; So What! hatten dasselbe Problem wie wir, auch sie nur in reduzierter Besetzung, da Sänger und Gitarrist Oli mit seinem Sohn in Kurzurlaub an der Nordsee verweilte... naja, im Gegensatz zu unserem kleinen Problemchen mit Marc war den So What'lern dies schon länger bekannt gewesen, so dass sie sich adäquat auf den Gig vorbereiten konnten...

Aufbau ging dann auch relativ flink von der Hand, kurz darauf tauchten dann auch die Kollegen der dritten Band des Abends auf, die fünf Herren von MISTER ED aus Limburg, und zu unserer Überraschung tauchte dabei sogar ein bekanntes Gesicht auf, nämlich der sympathische Jens, ehemals Sänger bei SMALL BUT ANGRY aus Neuss, wir hatten seinerzeit 'mal zusammen dort gespielt, Jens konnte sich noch sehr gut an uns erinnern (was immer das jetzt auch heißen mag..), insofern erst 'mal ein wenig geplaudert und Reminiszenzen ausgetauscht, aktuelle News, groben Unsinn und ähnliches Zeug, war sehr angenehm...

Nachdem Jens sich als Küchenhilfe nützlich gemacht hatte, gab es dann auch lecker Kürbissuppeneintopf (oder so 'was in der Art, weiß ich gar nicht mehr so genau, kann auch 'was indisches gewesen sein, jedenfalls - trotz fehlender Fleischeinlage - ausgesprochen schmack-haft), man setzte sich noch nett zusammen und pauderte, unsereiner zog sich dann kurz zurück, um mit dem Jensemann das spieltechnisch mögliche beste Set zusammenzustellen, und dann ging es auch schon los mit den Kollegen von SO WHAT !

Auch zu dritt immer wieder nett anzuhören und auch zu sehen, zwar keine aktionsgeladene Show, aber doch sehr souverän und professionell, man merkte eigentlich gar nicht, dass Olli bei Ihnen fehlte... auch die neuen Sachen (waren wzar nicht so viele, aber immerhin machen die Jungens - im Gegensatz zu den dicken alten faulen JUICY-Männern - doch regelmäßig neue Sachen...) gefällig, kurz und knapp und kompakt... und zum Abschluss 'ne schöne Coverversion von SAMIAM von der Clumsy-Scheibe, sehr schön... Olli hat sogar getanzt....

Tja, danach hieß es dann für die schon nicht unerheblich alkoholisierten Herren von JUICY die Bühne entern, nicht lange aufhalten mit Soundcheck und so'n überflüssiges Zeug, im Rahmen unserer limitierten Möglichkeiten einen relativ akzeptablen Gig abgeliefert, keine umwerfende Resonanz, aber immerhin ein paar Leute haben getanzt... Sound war m.E. durchwachsen, aber kein Wunder bei uns... Peterchen hat dann noch ein paar mehr oder wenig gelungene Fotos gemacht, insgesamt gesehen aber eher ein durchschnittlicher Gig - man ist irgendwie gehemmter und auch soundtechnisch enttäuscht, wenn man nicht in regulärer Volbesetzung spielen kann, fehlt dann imer ein wenig der Druck und auch die Spielfreude.... Holger von SO WHAT und auch Andre waren zwar begeistert (insbesondere vom GOO GOO DOLLS-Cover), naja, wir nicht so sehr....

Aber nach ein paar Bierchen später sah die Welt schon wieder anders aus, zwischenzeitlich hatten dann MISTER ED die Bühne betreten, mangels Bekanntheit wußte ich gar nicht, was für'n Sound die Kollegen eigentlich machten, aber ich muß sagen, von der ersten Minute an sehr schönen und melodischen Punkrock mit einem unglaublich agilen und quirligen Jens als wirklich guten Frontmann - starke Show, muß man schon sagen.... Sound war o.k., Songs gefielen auch (ich würde 'mal sagen, eine Schnittmenge aus den DONOTS und SNFU), auch wenn in der zweiten Hälfte des Sets dann doch ein wenig die Luft raus war... insgesamt aber ein sehr schöner Gig, war schon beeindruckend...

Danach noch E-Mail-Adressen ausgetauscht, sich gegenseitig die Wertschätzung versichert und vereinbart, in absehbarer Zeit 'mal was zusammen zu machen, vielleicht ja sogar im Frühjahr in Limburg, Jens wollte sich drum kümmern...

Reichlich müde dann so gegen 1:30 Uhr mit Peter und Claudi abgehauen, kurzer Boxenstop bei Burger King am Hbf, und gegen 2 Uhr zuhause....