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Monheim,
Sojus 7, 05.04.2002
So, da war er also, der erste Gig in Viererbesetzung, d.h. ohne
unseren Sänger Dirk, der nach dem letzten Konzert im November
2001 seinen Ausstieg bekanntgegeben hat und mittlerweile in der
Toskana töpfert... tja, und fast wäre es der erste Gig
zu Dritt geworden...
Diejenigen unter
euch, die ebenfalls Musik machen und daneben Familie haben, wissen
vielleicht, wie schwierig es manchmal sein kann, beides adäquat
unter einen Hut zu bringen, es ist zuweilen wirklich manchmal
ein Spagat zwischen dem unbändigen Verlangen, gemeinsam mit
den Kollegen abzurocken und einfach 'ne Menge Spaß zu haben,
und dem Gefühl der Verpflichtung, in gewissen Situationen
bei seiner Familie zu bleiben... Tja, für den Verfasser dieser
Zeilen ergab sich eben zu diesem Termin eine solche Extremsituation,
und ich muss schon sagen, bei dem Spagat habe ich mir 'ne üble
Zerrung zugezogen...
Ich bin am Vortag
des Konzertes mit Frau und Sohn aus einem einwöchigen Urlaub
auf Zypern zurückgekehrt, unglücklicherweise ist Tim
dort an einer Mittelohrentzündung erkrankt, so dass wir Freitag
mittag noch beim Arzt waren, Tim ging es auch gar nicht gut, insbesondere
spontan auftretende Schreiattacken unerklärlichen Ursprungs
ließen uns als besorgte Eltern mehrfach überlegen,
ob es nicht sinnvoll wäre, mit dem kleinen leidenden Mann
ins Krankenhaus zu fahren... für mich stellte sich nun die
Frage, lasse ich meine geliebte Gattin alleine mit Tim und der
Gefahr weiterer Anfälle zuhause und sage das Konzert ab,
oder lasse ich es darauf ankommen und spiele den Gig mit... tja,
'ne Entscheidung mußte ich dann irgendwann nachmittags treffen,
und es war natürlich eine für die Familie unpopuläre,
obwohl ich denke, es war ein halbwegs nachvollziehbarer Kompromiß...
Nach diversen
Telefonaten und einer scheinbaren Beruhigung der Situation zuhause
ließ ich mich schließlich gegen 20 Uhr vom Fuchs und
Sven abholen und direkt zum Ort des Geschehens fahren, in 'ner
halben Stunde waren wir auch dort, geplant war dann, den Gig zu
spielen - wäre ja sowieso nur 'ne halbe Stunde - und direkt
danach wieder abzuhauen...
Soweit, so gut
- nach entsprechender kurzer Irrfahrt durch Monheim fanden wir
schließlich auch einen Parkplatz und gingen ein paar (Kilo)Meter
zum Sojus 7, ein sehr sympathischer Laden direkt am Rhein... in
der Kneipe sassen ca. 6 Leute, bin dann direkt rüber in den
Konzertraum, dort dann die Jungens begrüßt und auch
den kleinen Zimbo mit seiner Freundin Tina überraschenderweise
getroffen, ein großes Hallo zum Christoph von BORN AS A
JOKE, dem Mischer "Guten Tag" gesagt, die ganze Zeit
aber sehr unentspannt und aufs Handy schielend, ob nicht doch
ein Notruf von zuhause eingeht.... war nicht so toll.... muß
auch sagen, war gar nicht bei der Sache, da in meinem Kopf doch
andere Dinge herumspukten, insofern war ich auch kein angenehmer
Gesprächspartner an diesem Abend (sorry, Christoph, nächstes
Mal wird besser und entspannter...)...
War dann letztlich
froh, dass es so gegen 21:30 Uhr losging, auch wenn der äußere
Rahmen mehr als traurig war: super Konzert-Raum für locker
250 Leute, fette Bühne mit geiler Licht-Anlage, sehr schöner
Sound - aber letztendlich nur 8 zahlende Gäste, von denen
sich die Hälfte auch während des Konzertes in der Kneipe
und nicht im Konzertsaal aufhielt - insofern war es also nicht
mehr als eine Probe bzw. ein Gig für die andere Band und
deren Anhang sowie unsere wahrlich nicht zahlreich erschienenen
Freunde... ein Bild des Jammers....
Der Gig selber
war echt ganz o.k., Jens überzeugte durchaus in seiner neuen
Rolle als singender Gitarrist, auch die mehrstimmigen Gesangsparts
waren meiner Meinung nach akzeptabel und nicht ganz so schlimm
wie zuweilen bei der ein oder anderen Probe, musikalisch gab es
ebenfalls nichts zu bemängeln, solide Arbeit für den
ersten Gig in dieser Besetzung - vielleicht etwas sprungfaul,
aber die Stimmung war zumindest bei mir nicht so gut, und so 'was
überträgt sich natürlich auch auf die Kollegen...
den Leuten vor der Bühne gefiel es zumindest, wenn man der
gezeigten Resonanz Glauben schenken mag....
Nach 'ner halben
Stunde war dann auch schon Schluss bei uns, ich habe dann schnellstmöglich
mein Zeug zusammengepackt und bin dann mit Marc zum Auto, um zur
S-Bahn zu fahren - so war zumindest der Plan ! Wäre natürlich
noch gerne länger geblieben und hätte mir BORN AS A
JOKE angesehen und hinterher lecker mit den Jungens Bierchen getrunken,
ging aber aufgrund der unglücklichen Umstände nicht
so richtig....
Naja, es kam
dann schließlich, wie es kommen mußte an solchen Tagen,
an der S-Bahn angekommen ein Schild: Wegen Bauarbeiten von Freitag
21 Uhr bis Montag 6 Uhr kein S-Bahn-Verkehr, dafür Busersatz
! Super, vom Bus sahen wir gerade noch die Rücklichter, d.h.
dann erst 'mal zur nächsten Haltestelle in Langenfeld, dort
dasselbe Problemchen, glücklicherweise dann doch noch 'nen
Bus erwischt, mit diesem dann durch Düsseldorf's elitärste
Plattenbausiedlungen und Landstriche mit dem höchstigen Prolligkeitsfaktor
getuckert - mein Gott, was für gruselige Gestalten sind da
teilweise zugestiegen...-, um 23 Uhr dann in Reisholz Endstation,
von dort dann mit dem Taxi nach Hause und um 23:15 vor der Wohnungstür...
Frau und Kind
schliefen selig, der Abend verlief für die beiden wohl verhältnismäßig
ruhig, wie ich am Folgetag erfuhr, wenn man einmal davon absieht,
dass Tim - der übrigens jetzt 1 1/2 Jahre alt ist - wohl
von 21:30 bis 22:30 Uhr vor der Wohnungstür gesessen hat
und weinend nach "Papa" verlangt hat... der arme kleine
Kerl....
Und am folgenden
Tag dann schon den nächsten Gig....
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